360 Grad MENSCH! Motivationskolumne

Loslassen heißt lieben: Wenn Kinder flügge werden

Dezember 2025

7 Monate ist es her als meine zweiundzwanzigjährige Tochter Neele nach einem achtwöchigen Erasmusprojekt in Bukarest glücklich nach Hause zurückkehrt und mir eröffnet: „Mama, ich ziehe aus.“ Wir haben ein sehr enges und gutes Verhältnis, sie ist das letzte Kind was das Zuhause verlässt und mein Herz ist wehmütig, da bin ich ganz ehrlich zu mir und gleichzeitig ist dieser Schritt voller Bedeutung auch für mich.

Vor 7 Jahren bin ich mit ihr in meine Lieblingsstadt gezogen, nachdem die große Schwester als Au-pair in die USA gegangen ist. Ich habe ihr lange Jahre gezeigt ein Zuhause gemütlich und heimelig zu machen und nun steht es unweigerlich bevor: Die gemeinsame Zeit an einem Ort geht dem Ende entgegen. Und Neele bewegt sich für ein paar Quadratmeter eigenes Reich in der Millionenstadt, das kann ich nicht anders sagen und klare Vorstellungen hat sie auch: Sie will in unserer Hood – dem wunderschönen Grindel bleiben, da sie hier arbeitet und sich einfach zuhause fühlt, doch jeder weiß: Es ist eine große Challenge und daher wird der Radius relativ schnell weiter gesteckt, denn Wohnungen sind rar, die Wege nicht immer einfach.

Von 10 qm WG-Zimmer für 900€ bis hin zur 1 Zimmer Wohnung für 1000€ kalt ist alles dabei. Begegnungen, die irre witzig sind bis hin zu skurrilen Doppelbesichtigungen, doch sie bleibt dran. Herausforderungen sind Chancen. Ob Wohnungssuche im Grindel oder das eigene innere Gleichgewicht – wer dranbleibt, wächst. Sogar 1000 Flyer lässt sie drucken und verteilt diese gemeinsam mit ihren Schülern, die sich freuen sie bei diesem Projekt unterstützen zu dürfen und mit Feuereifer dabei sind und dabei noch etwas über Selbstwirksamkeit lernen. Dennoch will es nicht funktionieren – es mangelt nicht an Wohnungen immer wieder hat sie einen anderen Grund – entweder die Größe, dann die „falsche Seite der Alster“, oder der Preis. Nach 5 Monaten hat sie immer noch nichts Passendes gefunden und ich frage mich innerlich wieso?  Ist die energetische Verbindung zu eng, will sie oder ich sich nicht aus diesem Band lösen? Denn das, was wir uns wünschen, entspricht nicht unbedingt der Energie, die wir in uns tragen. Was sind das für Frequenzen, die hier ausgesendet werden, dass es blockiert?

Wahre Liebe lässt frei

Loslassen bedeutet nicht Verlust, sondern Vertrauen – in das Kind und in den eigenen Weg. Ich weiß: Es ist Zeit. Es tut uns beiden gut, Freiraum zu haben, Platz zu schaffen, damit jeder sich weiterentwickeln kann. Wahre Liebe lässt frei. In Mutter/Vater-Kind-Beziehungen als auch in Partnerschaften. Ich überlege, wie ich innerlich unterstützen kann und starte erstmal damit alle Bilder zuhause – bis auf eins – von ihr abzuhängen oder wegzuräumen, denn Raum entsteht durch Veränderung. Der leere Platz ist kein Ende, sondern eine Einladung für Neues und ich spreche offen mit ihr: „Erlaube Dir Dein eigenes Leben zu leben – Du darfst und Du kannst und Mama, die schafft das auch!“

Du bist Deine Entscheidungen

Und die trifft sie, als auch ich – innerlich und dann geschieht geht es ganz schnell. Über den Freund einer Freundin und deren Freund, der jemanden kennt, kommt sie an ihre Traumwohnung. Rothenbaumchaussee, gegenüber vom Museum, 1-Zimmer, Dielenboden mit Balkon zu einem gesunden Preis und das Ganze 400 Meter von ihrem alten Zuhause entfernt. Da stockt auch sie nicht mehr und es fließt. Der Vermieter ist super herzlich und professionell. Jeder Schritt im Leben – ob Wohnungssuche oder innere Haltung – ist eine bewusste Wahl.

Flieg!

Und am Wochenende war es so weit – sie packt ihr kleines junges Leben in 10 Kartons und räumt mit vielen lieben Freunden ihr Zimmer, in dem sie sieben Jahre gelebt hat. Mir laufen still die Tränen die Wangen herunter als die Möbel aus der Wohnung getragen werden. Ja, ich stehe dazu, mein Herz ist heute traurig, dass die gemeinsame Zeit an einem Ort nun zuende ist, doch ich bin voller Freude auch für sie, da sie einen guten neuen Platz gefunden hat, der zu ihr passt und der ihr helfen wird sich für sich allein weiterzuentwickeln, zu lernen und zu wachsen und ihre eigenen wertvollen Erfahrungen zu sammeln.

Zum Abschied nehme ich sie fest in den Arm und flüstere ihr zu: „Hab Dich lieb! Flieg Schnuppi. flieg. Du darfst und Du kannst.“

Zuhause ist kein Ort – es ist ein Gefühl. Der Geborgenheit, Wärme und des Vertrauens. Loslassen ist Liebe.

Und so wird aus dem schweren Herzen ein mutiges Herz. Ein Herz, das weiß: Das Kind geht seinen Weg – und Mama darf ihren eigenen Raum neugestalten. Los- und Freilassen ist kein Ende, sondern immer ein Anfang, auch in der Weihnachtszeit.

Ich wünsche Dir ein Frohes Weihnachtsfest in einem schönen Zuhause, einem gesunden Start ins neue Jahr und ich freue mich auf 2026 mit viel Motivation aus meiner Lieblingsstadt

 

Von Herzen
Deine Kathrin

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Über mich als Bloggerin

Meinen „Motivationsblog von und mit Kathrin“ habe ich seit 2012. Das war mein Startschuss für das Schreiben im Netz. Es gibt mir die Möglichkeit all die Themen, die viele Menschen beschäftigen, genauer zu beleuchten und dahingehend zu motivieren selbstbestimmend zu leben, in kleinen Schritten loszulaufen und einfach aus ganzem Herzen zu leben.