360 Grad MENSCH! Motivationskolumne
Schule neu denken: Es soll ein guter Ort der Beziehung, Freiheit und Sinn sein
Es ist Montagabend und in der Bucerius Law School bei Planten un Blomen geht der Startschuss los: Schule neu denken. Achim Griesel als Gastgeber, vier Vortragsredner und ein ganzer Hörsaal voller Lehrer, Eltern, Schüler, Persönlichkeiten aus Bildung und Politik sind anwesend. Und ich. Als Motivationscoach. Was mich an diesem Abend erreicht, sind glasklare Impulse, Inspirationen, kostbare Worte von Machern und Baumeistern, die vor ca. 10 Jahren die Vision hatten Schule zu einem guten Ort zu machen und auch geschafft haben, denn sie haben verstanden, dass die Schule der Zukunft kein Ort der Belehrung ist, sondern ein Ort der Begeisterung. Ein lebendiges Treibhaus, in dem Kinder Wurzeln schlagen, wachsen können und ihr Potential entfalten. Ein Gasthaus des Lernens, in dem Lehrer Gastgeber sind und eine gute Atmosphäre schaffen, denn die ist wichtiger als Kontrolle. Ein Raum, in dem Kinder ernst genommen werden und aktiv mitgestalten.
Alles beginnt mit dem Mindset
„Ich interessiere mich für meine Schüler“ – dieser Satz ist kein pädagogisches Mantra, sondern eine Haltung. Eine Schule, die Kinder wirklich sieht, erkennt: Alles ist Beziehung. Lernen ist kein mechanischer Prozess, sondern ein lebendiger Austausch und dieser beginnt mit der Selbstbeziehung – auch bei Lehrern – der Fähigkeit, sich selbst zu spüren, zu reflektieren und mit anderen in Resonanz zu treten.
Schon beim zweiten Impulsredner, Micha Pallesche, Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe bin ich angezündet.
Die Welt ist keine Strafarbeit – sie ist ein Abenteuer
Kinder haben Hunger nach der Welt. Sie wollen sich bewegen, entdecken, gestalten. Nicht durch Frontalunterricht, sondern durch lebensnahes Tun, durch Spiel, durch echte Herausforderungen. Kinder wachsen nicht an Tests, sondern an Vertrauen. Sie lernen, sofern wir ihnen etwas zutrauen.
Die Schmetterlings-Taktik: Theorie trifft Praxis
Lernen ist kein linearer Prozess. Es ist ein Flügelschlag zwischen Theorie und Praxis, zwischen Input und Erfahrung. Die Allemannenschule Wutöschingen zeigt: Je größer die Freiheit, desto besser die Leistung. Kinder lernen im eigenen Tempo, zu ihrer Zeit – nicht alle gleichzeitig und nicht zum selben Thema. Jeder DARF lernen was ihn interessiert – das ist Kultur, die begeistert
Partizipation ist kein Extra – sie ist das Fundament
Der Karlsruher Schulleiter erzählt, dass in seiner Schule Kinder im Zentrum sitzen und im Fischbowl-Format sagen, was sie brauchen, um gut lernen zu können. Lehrer sitzen außen, hören zu und orientieren sich daran, was die Schüler benötigen. Kein Ego – einfach nur Fluss. Partizipation ist nur dann wirksam, wenn sie verbindlich ist.
Seine starke Aussage: Muse ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Kreativität. Bei ihm an der Schule wird das kleine Glück gesammelt und gefeiert. Rituale wie ein Lobkalender oder die gemeinsame Suche nach dem „Goldenen Ei“ schaffen Gemeinschaft. Und Gemeinschaft IST der Schlüssel. Wir brauchen Raum für Sinn, echte Begegnung und das Lernen mit der Unbestimmtheit umzugehen.
Lernen in der Kultur der Digitalisierung
Digitale Bildung ist mehr als Tablets sagt die Bildungswandlerin und Schulleiterin Monika Stausberg von der Beruflichen Schule ITECH Elbinsel Wilhelmsburg.
Sie bedeutet:
Partizipation: Kinder am Prozess beteiligen
Co-Kreation: Gemeinsam gestalten
Ergebnisoffenheit: Nicht alles ist planbar
Sinn: Warum muss ich das lernen?
Die Antwort auf diese Frage entscheidet über Motivation, Neugier und Kreativität. Und genau diese Kompetenzen sind heute wichtiger denn je. Input statt Fächer.
Bildungsrevolution: Jetzt!
Die Schule der Zukunft ist kein Traum – sie ist möglich. Sie braucht Mut zur Öffnung, zur Entgrenzung, zur Transformation. Sie braucht Schüler, denen Verantwortung gegeben wird. Sie braucht Eltern, die zuhören, wenn Kinder beim Elternsprechtag äußern, was sie brauchen, um besser lernen zu können. Und sie braucht uns alle – als Mitgestalter einer neuen Lernkultur.
Lasst uns Schulen gründen, die Kinder ins Zentrum holen. Lasst uns Lernräume schaffen, in denen Angst nicht lähmt, sondern Grenzen überschreiten hilft. Denn Angst ist eine intelligente Wahrnehmung – sie zeigt, wo Neues beginnt und alles Neue passiert an den Grenzen.
Als Schulleiter Björn Lengwenus von der Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg die Bühne betritt und von der Vorgehensweise für Selbstwirksamkeit und von beispielhaften Gelingensbedingungen an seiner Dulsberger Schule mit 1800 Schülern aus 86 Nationen berichtet, ist es um mich geschehen. Seine Haltung, Motivation und Begeisterung treffen direkt in mein Herz. Projekte wie Lobzettel zum Abreißen oder Dankbarkeitstagebüchern werden gefördert und aus herausfordernden Situationen durch Umkehrung bewusst Positives erwirkt. All das macht glücklich und fördert ein Klima, das von allen aktiv mitgestaltet wird. Kulturelle Teilhabe ist dabei das Herzstück eines guten Ortes.
Alles Gesagte geht so stark in Resonanz mit mir, dass ich mit Gänsehaut am ganzen Körper einfach nur Teil von diesem großen Ganzen sein möchte. Kurz: Ich brenne mittlerweile lichterloh vor Begeisterung, denn das alles macht Sinn. Wissensnetze zu knüpfen, elementare gemeinschaftliche Erlebnisse zu schaffen und Räume zu schenken, in denen Kinder wachsen und gedeihen. Jeder einzelne ist Grund genug!
Und dafür müssen wir ihnen nur die Welt öffnen, denn Schule soll ein guter Ort sein.
Von Herzen
Deine Kathrin
Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich gerne hier informieren
Nacht der Redner Edition Zukunftsschule | LinkedInÜber mich als Bloggerin
Meinen „Motivationsblog von und mit Kathrin“ habe ich seit 2012. Das war mein Startschuss für das Schreiben im Netz. Es gibt mir die Möglichkeit all die Themen, die viele Menschen beschäftigen, genauer zu beleuchten und dahingehend zu motivieren selbstbestimmend zu leben, in kleinen Schritten loszulaufen und einfach aus ganzem Herzen zu leben.
